Auge schmerzt beim Blinzeln: Das steckt dahinter

Augenschmerzen sind sehr störend und unangenehm. Sie können pochend, stechend oder pulsierend sein – häufig schmerzen die Augen vor allem beim Blinzeln. Welche Ursachen für Augenschmerzen gibt es? Was können Sie dagegen unternehmen? Und wann sind sie ein Fall für den Arzt? Dieser Artikel hat die Antwort.

Was sind Augenschmerzen?

Augenschmerzen können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Brennende, pochende, stechende oder pulsierende Schmerzen, die unterschiedlich intensiv sind, werden oft von verschiedenen Beschwerden begleitet.

Einige Betroffene verspüren ein Fremdkörpergefühl oder Druckgefühl auf den Augen. Hinzu kommen manchmal Juckreiz, Rötungen oder Tränenfluss. Bei einigen sind die Augenschmerzen nicht nur beim Blinzeln präsent, sondern sogar beim Bewegen der Augen. Außerdem können die Beschwerden sowohl auf beiden Augen als auch auf nur einem Auge auftreten.

Ganz allgemein lassen sich Augenschmerzen in zwei Kategorien unterteilen:

  • akute Schmerzen: Sie entstehen unvermittelt und plötzlich.
  • chronische Schmerzen: Sie entwickeln sich allmählich und können länger anhalten bzw. wiederkehren.

Die Begleiterscheinungen und ihr Verlauf geben oft einen ersten Hinweis auf die Ursache. Allerdings sollten Sie bei Augenschmerzen nicht auf eine ärztliche Untersuchung verzichten.

Augenschmerzen – wann zum Arzt?

Nicht immer sind Augenschmerzen ein Notfall – sie können es jedoch sein. Gerade dann, wenn Ihre Schmerzen sehr stark sind, mit der Zeit stärker werden oder anhaltend sind, gilt das als Warnsignal. Eine ärztliche Abklärung ist ratsam. Denn auch wenn Augenschmerzen oft harmlos sind, können auch ernste Ursachen dahinterstecken.

Manchmal treten die Beschwerden auch schleichend auf und sind sehr leicht. Doch das sagt nichts darüber aus, ob die Augenschmerzen behandelt werden müssen oder nicht. Daher gilt: Augenschmerzen sind immer ein Fall für den Arzt oder die Ärztin. Insbesondere dann, wenn folgende Symptome hinzukommen, ist eine ärztliche Untersuchung unerlässlich:

  • Sehstörungen wie Doppelbilder und Ringe um Lichtquellen
  • verschwommenes Sehen
  • allgemeine Probleme beim Sehen
  • Augenrötungen
  • Kopfschmerzen
  • Gefühl eines Fremdkörpers im Auge
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Störungen der Augenbewegungen

Auch dann, wenn die Augenschmerzen direkt nach augenärztlichen Eingriffen wie einer Operation der Augenlinse, einer Augenverletzung, Prellungen oder Verbrennungen auftreten, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie direkt einen Augenarzt aufsuchen sollten.

Ursachen für Augenschmerzen beim Blinzeln

Es gibt verschiedene Erkrankungen und andere Ursachen, die Augenschmerzen verursachen können. In der Regel besteht der Grund in den Augen selbst oder in den umgebenden Strukturen. Es können aber auch Grunderkrankungen sein, die zu Schmerzen in oder an den Augen führen.

Augenerkrankungen als Ursache für Augenschmerzen

Es gibt verschiedene Augenerkrankungen, die bei Augenschmerzen als Ursachen infrage kommen. Die Liste ist lang – deshalb geben wir Ihnen lediglich einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen, die bei Augenschmerzen eine Rolle spielen.

Glaukomanfall

Ein Glaukom – auch als Grüner Star bekannt – kann den Sehnerv schädigen und entsteht häufig durch zu hohen Augeninnendruck. Der Druck kann sich unter anderem dadurch erhöhen, da das Kammerwasser im Auge nicht mehr richtig abfließt. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall – ansonsten droht die Erblindung.

Folgende Symptome sind Hinweise auf einen Glaukomanfall:

  • Oft ist nur ein Auge betroffen.
  • Der Augapfel fühlt sich steinhart an.
  • Das Auge ist gerötet
  • Die Pupille ist weit und starr.
  • Es können Übelkeit, Erbrechen und ein Schwächegefühl auftreten.
  • Es kommt plötzlich zu starken Kopf- und Augenschmerzen, die in die Zähne oder Stirn ausstrahlen können.
  • Es können Stehstörungen auftreten.

Der erhöhte Augendruck kann unter anderem die Folge von bestimmten Medikamenten sein. In jedem Fall sollten Sie sich bei den Anzeichen in ärztliche Behandlung geben.

Übrigens: Ein Grauer Star (Katarakt) verursacht in der Regel keine Augenbeschwerden bis auf einen schleichenden Sehverlust.

Bindehautentzündung

Als Bindehaut bezeichnet man die dünne Schleimhaut, die sich an der Innenseite der Augenlider befindet. Die Entzündung der Bindehaut – auch Konjunktivitis genannt – gehört zu den häufigsten Augenkrankheiten. Sie wird zum Beispiel von trockenen Augen, Allergien oder bakteriellen bzw. viralen Infektionen ausgelöst.

Eine Bindehautentzündung sollte immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Zwar äußert sie sich nicht direkt durch Augenschmerzen, doch der auftretende Juckreiz und Tränenfluss sind sehr störend. Falls Schmerzen hinzukommen, kann es sein, dass die Entzündung von einer anderen Erkrankung verursacht wird.

Erkrankungen der Hornhaut

Die Hornhaut ist ein an sich sehr stabiles Gewebe und bedeckt den vorderen Teil des Auges. Kratzer oder Fremdkörper können zu einer sogenannten Hornhautabschürfung führen. Vor allem metallische Teile, die beim Bohren oder Schleifen entstehen und ins Auge fliegen können, verursachen durch die Reizung intensive Schmerzen und Kratzen beim Blinzeln.

Häufig ist das betroffene Auge auch lichtempfindlich und lässt sich kaum öffnen. Unbehandelt kann sich eine Verletzung der Hornhaut entzünden oder zu einem Geschwür entwickeln. Eine medizinische Versorgung ist daher unverzichtbar.

Eine weitere Erkrankung, die mit der Hornhaut zusammenhängt, ist die Hornhautentzündung. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Bakterien
  • Viren
  • Pilze
  • Parasiten

In manchen Fällen liegt es auch an einem gestörten Tränenfilm oder zu starkem UV-Licht. Selbst dann, wenn die Augenoberfläche nur leicht verletzt oder entzündet ist, können starke Schmerzen entstehen.

Hagel- oder Gerstenkorn

Wenn eine sehr druckempfindliche Stelle an einem Augenlid entsteht, kann das an einem sogenannten Gerstenkorn (Hordeolum) liegen. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Talg- oder Schweißdrüsen der Lidkante. Charakteristisch ist die Bildung einer eitrigen Kugel am Augenlid, was sehr schmerzhaft sein kann.

Es ist keine dringende Behandlung durch einen Arzt nötig, doch die Beschwerden sollten zumindest einmal abgeklärt werden. Oft lässt sich ein Gerstenkorn schon durch das Auflegen warmer Kompressen lindern.

Im Gegensatz zum Gerstenkorn tut das Hagelkorn (Chalazion) selten weh. Es handelt sich um eine Entzündung einer Talgdrüse, die aber nicht bakteriellen Ursprungs ist. Die Schwellung fühlt sich lediglich unangenehm an und kann das Sehen beeinträchtigen. Das Hagelkorn lässt sich ebenfalls gut mit Hausmitteln behandeln.

Weitere Augenentzündungen und -erkrankungen

Augenschmerzen können auch von Entzündungen anderer Teile der Augen kommen:

  • Entzündung der Augenmuskeln
  • Sehnerventzündung
  • Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut)
  • Entzündungen im Augeninneren
  • Entzündungen der Lederhaut

Zudem gibt es Hauterkrankungen, die auf den Augenbereich übergehen. So entstehen beispielsweise Lidentzündungen. Dabei brennen die Augenlider, sind geschwollen, gerötet und verklebt.

Augen schmerzen wegen Trockenheit oder Überanstrengung

Viele Menschen haben heutzutage überanstrengte Augen. Der Hauptgrund dafür sind Bildschirme – viele Stunden lang in der Arbeit und am Feierabend auch noch im Privatleben. Smartphones, Tablets und Computer sorgen dafür, dass die Augen müde werden.

Doch es gibt noch andere Gründe, aus denen Augen überanstrengt sind. Wenn Sie eine Fehlsichtigkeit haben, wie zum Beispiel eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit, diese aber nicht behandelt wird, stehen die Augen ebenfalls unter ständiger Anstrengung.

Das Gleiche gilt für jeden, der stundenlang und ohne Pause konzentriert liest. All das kann dazu führen, dass die Augen zu schmerzen beginnen.

Zudem spielt Augentrockenheit eine wichtige Rolle. Sie hat verschiedene Ursachen:

  • trockene Luft, z.B. durch Klimaanlagen oder Heizungen
  • Bildschirmarbeit und damit einhergehendes Vergessen des Blinzelns
  • Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom
  • geschädigte Tränendrüsen
  • hormonelle Veränderungen

Trockene Augen führen oftmals ebenfalls zu Schmerzen – sowohl in geöffnetem Zustand als auch bei Lidschlag, weil das Augenlid sozusagen über die Oberfläche des Auges „reibt“.

Weitere Ursachen für Augenschmerzen

  • Fremdkörper im Auge: Ein Sandkorn, eine Wimper, eine Faser – viele kleine Objekte können ins Auge gelangen und Schmerzen verursachen. Wenn sich der Fremdkörper nicht selbst entfernen lässt, ist der Gang zum Experten ratsam.
  • Erkrankungen der Nasennebenhöhlen: Wenn es – beispielsweise im Zuge einer Erkältung – zu einer Nasennebenhöhlenentzündung kommt, kann sich das auf die Augenhöhlen ausbreiten. Die Symptome sind Schmerzen im Gesicht, Fieber und Schwellungen um die Augen oder die Stirn. Dies sollte dringend ärztlich versorgt werden.
  • Polypen oder Tumore in den Nasennebenhöhlen: Durch den erhöhten Druck können ebenfalls Schmerzen im Bereich der Augen auftreten.
  • spezielle Kopfschmerzen: Bei Migräne treten neben Kopfschmerzen häufig auch Sehstörungen oder Lichtempfindlichkeit auf. Der Clusterkopfschmerz hingegen zeigt sich durch starke Schmerzattacken hinter einem Auge, Augenrötungen, tränende Augen und eine verstopfte oder laufende Nase.
  • Gürtelrose: Diese Viruserkrankung kann Schmerzen und einen Hautausschlag verursachen. Da sie auch am Kopf vorkommen kann, ist es möglich, dass sie auch das Auge erfasst. Klassische Hinweise sind Schmerzen, Kribbeln und Bläschen, die sogar am Augenlid entstehen können.
  • Schlaganfall: Eine spezielle Form des Schlaganfalls – ein Riss in der Halsschlagader – kann einseitige Kopf- und Nackenschmerzen verursachen. In manchen Fällen sind die Schmerzen jedoch auf den Bereich der Augen begrenzt. Patienten berichten häufig auch von Blindheit auf einem Auge. Da es sich um einen absoluten Notfall handelt, sollten Sie hier nicht zu lange warten.

Augenschmerzen: Diagnose beim Augenarzt

Bei der Untersuchung der Augen wird die Augenfunktion getestet. Dazu gehören:

  • Sehschärfe
  • Gesichtsfeld
  • Augenbeweglichkeit
  • Weite und Funktion der Pupillen

Manchmal verabreicht der Augenarzt oder die Augenärztin spezielle Augentropfen zur Erweiterung der Pupillen. Das hat den Grund, dass dadurch der Augenhintergrund mit der Netzhaut besser erkennbar ist. Bei Bedarf kommen noch andere Diagnosemethoden zum Einsatz, zum Beispiel eine Messung des Augeninnendrucks.

Wichtig beim Besuch eines Facharztes ist, die Beschwerden vollständig und ehrlich zu benennen. Auch die Krankengeschichte ist relevant. Denn nur weil sich die Schmerzen an den Augen bemerkbar machen, heißt das nicht, dass nur die Augen betroffen sind.

Behandlung von Augenschmerzen

Eines vorweg: Wenn Sie unter Augenschmerzen leiden, gibt es nicht die eine pauschale Therapie. Vielmehr richtet sich die Behandlung nach den Gründen, die den Beschwerden zugrundeliegen. Deshalb ist es so wichtig, die Ursache der Schmerzen genau zu kennen.

So können bei einer bakteriellen Infektion beispielsweise Antibiotika helfen. Bei einer Allergie hingegen werden Allergiemedikamente wie zum Beispiel Antihistaminika verschrieben. Und wenn eine Trockenheit der Augen die Ursache ist, kann Tränenersatzmittel helfen.

Wenn die Augenschmerzen jedoch von Grunderkrankungen herrühren, kann eine Überweisung an einen anderen Facharzt nötig sein – beispielsweise aus den Bereichen der Rheumatologie, Neurologie oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Vorbeugende Maßnahmen gegen schmerzende Augen

Nicht immer können Sie Augenschmerzen vorbeugen – schließlich können Krankheiten die Ursache sein. Und diese müssen entsprechend behandelt werden, damit kein größerer Schaden entsteht.

Dennoch gibt es ein paar allgemeine Tipps, die dabei helfen, gewisse Augenschmerzen zu vermeiden:

  • Richtiges und regelmäßiges Händewaschen: Dadurch senken Sie das Risiko für Infektionen.
  • Tipps für Kontaktlinsen-Träger: Eine hohe Hygiene ist besonders beim Tragen von Kontaktlinsen wichtig. Außerdem sollten Sie Ihre Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt nicht verpassen.
  • Gesunde Lebensweise: Das gilt nicht nur für die Augengesundheit, sondern auch für die allgemeine Gesundheit des Menschen.
  • Bildschirmpausen: Gerade in der heutigen, modernen Zeit, in der viele Stunden vor Bildschirmen verbracht werden, sind regelmäßige Bildschirmpausen essenziell. Die Augen müssen ständig auf eine kurze Distanz scharf stellen, was zu ihrer Ermüdung beiträgt. Außerdem laufen Sie Gefahr, bei Bildschirmarbeit weniger oder nicht zu blinzeln, was Augentrockenheit begünstigt.

Besonders ratsam ist bei Bildschirmarbeiten die 20-20-20-Regel. Sie besagt, dass Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden ein Objekt in 20 Fuß Entfernung betrachten sollten. So fokussieren die Augen auf Gegenstände in unterschiedlich weiter Entfernung, was sie gesund erhält.

Fazit

So vielfältig die Ursachen von Augenschmerzen sind, so verschieden sind die Therapieansätze. Wenn Ihr Auge im Ruhezustand, beim Blinzeln oder Bewegen schmerzt oder Sie andere Beschwerden feststellen, ist das ein Grund, den Arzt aufzusuchen. Oftmals ist der Auslöser harmlos, doch es können auch ernste Erkrankungen verschiedenster Bereiche des Körpers dahinterstecken. Nur durch eine ärztliche Abklärung finden Sie die Behandlungsmethode, die am besten für Sie geeignet ist.

Erfahrungen, die für sich sprechen

Von der Beratung vorab bis zur High-Tech-Behandlung in Istanbul – so reibungslos verlief der Weg zum brillenfreien Leben für unsere Patienten.

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