Die Augen zählen zu den empfindlichsten Körperteilen. Wenn sich daher ein Druckgefühl einstellt, ist das sehr unangenehm – und es kann den Alltag einschränken. Doch wie entsteht Druck auf den Augen? Und wann sollten Sie damit zum Arzt gehen? Dieser Artikel klärt über Ursachen, Diagnostik und Behandlung von Augendruck auf.
Was ist Augendruck?
Experten sprechen vom sogenannten „intraokularen Druck“ – das ist der Innendruck des Auges. Dieser ist für verschiedene Prozesse sehr wichtig: Er beeinflusst die Wölbung der Hornhaut und erhält den Abstand zwischen Netzhaut, Hornhaut und Augenlinse aufrecht. Ein gewisser Druck im Augeninneren ist daher wichtig.
Reguliert wird er durch eine Flüssigkeit im Inneren des Auges, die sich Kammerwasser nennt. Sie hat zudem die Aufgabe, Nährstoffe zur Linse und zur Hornhaut zu transportieren. Der Druck im Auge liegt zwischen 10 und 21 mmHg – das variiert.
Wenn der Innendruck diesen Wert überschreitet und dauerhaft darüber liegt, können sich Beschwerden einstellen. In der Regel nehmen Sie eine geringfügige Erhöhung allerdings nicht wahr. Wenn Sie daher einen Druck auf den Augen verspüren, ist meist nicht der Augeninnendruck die Ursache.
Wie fühlt sich Druckgefühl auf den Augen an?
Jeder nimmt Schmerzen oder Druck auf den Augen unterschiedlich wahr. Es können pochende Schmerzen oder ein Brennen und Stechen sein. Außerdem ist der Ort des Auftretens nicht bei jedem der gleiche. In der Augenheilkunde unterscheidet man 3 Arten von Druckgefühl auf den Augen:
- Schmerzen im Auge oder im Augapfel
- Schmerzen an der Augenhöhle, der Stirn oder an den Lidern
- Schmerzen bei Augenbewegungen
Viele Betroffene berichten von einem dumpfen, drückenden Schmerz hinter dem Auge, der sich bis in die Stirn oder Schläfen ausbreiten kann. Begleitsymptome sind manchmal gerötete Augen, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit oder eine verschwommene Sicht. Gleichzeitig tritt zusätzlich zum Druck-Gefühl häufig auch das Gefühl auf, als würde sich ein Fremdkörper im Auge befinden.
Druck auf den Augen – was tun?
Grundsätzlich gilt es, ein Druckgefühl auf den Augen je nach Ursache zu behandeln. Es gibt verschiedene Gründe, aus denen sich die Schmerzen einstellen können. Es ist daher ratsam, zunächst herauszufinden, weshalb die Beschwerden auftreten.
Allgemein können folgende Maßnahmen helfen:
- kühlende Kompressen: Sie lindern oftmals den Schmerz und können mögliche Schwellungen reduzieren. Gerade bei entzündlichen Prozessen tut die Kälte gut.
- Augentropfen: Bei trockenen Augen können Augentropfen Linderung verschaffen.
- Augenübungen: Wenn Ihre Augen ermüdet sind – zum Beispiel aufgrund von intensiver Bildschirmarbeit – können regelmäßige Pausen und gezielte Augenübungen helfen.
- Ernährung: Die Flüssigkeitszufuhr beeinflusst auch die Augengesundheit. Trinken Sie daher ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee. Die Ernährung sollte möglichst ausgeglichen sein und die Vitamine A und E enthalten.
Ursachen von Druck auf den Augen
Bevor Sie sich Sorgen über das Druckgefühl in Ihren Augen machen – es gibt auch sehr harmlose Ursachen dafür. Dennoch ist es wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen und Beschwerden bei Unsicherheit beim Augenarzt abklären zu lassen. Denn während manche Auslöser nicht gravierend sind, gehen andere mit erheblichen Risiken einher.
Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
Eine häufige Erkrankung der Augen ist die Bindehautentzündung – auch Konjunktivitis genannt. Sie entsteht durch Bakterien, Viren oder Fremdkörper und reizt die empfindliche Bindehaut. Charakteristisch ist ein gerötetes, tränendes und verklebtes Auge. Zudem tritt die Bindehautentzündung durchaus auf nur einem Auge auf. Sie ist jedoch in der Regel gut behandelbar.
Hornhautentzündung (Keratitis)
Die äußere, transparente Augenschicht, die für präzises Sehen verantwortlich ist, nennt sich Hornhaut. Durch Verletzungen oder den Kontakt mit Viren, Bakterien oder Pilzen kann sich diese Schicht entzünden.
Typische Symptome sind:
- Schmerzen
- Rötung
- Tränenfluss
- Lichtempfindlichkeit
Außerdem entsteht ein spürbares Druckgefühl. Die ärztliche Behandlung ist sehr wichtig, um eine dauerhafte Schädigung oder Sehbeeinträchtigung zu verhindern!
Regenbogenhautentzündung (Iritis)
Auch der farbige Teil des Auges – die Iris – kann sich entzünden. Meist kommt es im Zusammenhang mit Verletzungen, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen zu einer Regenbogenhautentzündung. Ein Druckgefühl, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen können Auftreten.
Entzündeter Sehnerv (Optikusneuritis)
Eine Sehnerv-Entzündung tritt oftmals in Kombination mit anderen Erkrankungen auf – zum Beispiel Multiple Sklerose. Sehstörungen und Augenschmerzen sind die Folge. Das liegt daran, dass die entzündliche Schwellung des Nervs die Signalübertragung zwischen Auge und Gehirn beeinträchtigt. Es können daher plötzliche Sehverluste oder ein Grauschleier auftreten.
Trockene Augen
Augentrockenheit ist eine oft unterschätzte Ursache, wenn es um Druck auf den Augen geht. Teilweise können trockene Augen sogar zu Kopfschmerzen führen. Doch eigentlich ist das ganz klar: Bei jedem einzelnen Lidschlag reibt das Lid über die sensible Hornhaut.
Grund dafür ist das Fehlen des „Schmierstoffs“ zwischen Lid und Hornhaut. Ein häufiger Tipp sind ganz einfach Tränenersatzmittel. Sie sind unkompliziert, schaffen sofort Abhilfe und haben keine Nebenwirkungen.
Gleichzeitig können Sie es mit einer regelmäßigen Massage versuchen, um die Funktion der Talgdrüsen – auch Meibomdrüsen genannt – anzuregen. Sie sind dafür zuständig, Lipide zu produzieren, die den Tränenfilm so geschmeidig machen.
Allergien
Allergien haben oft etwas mit einer genetischen Veranlagung zu tun. Gerade im Frühsommer oder im Frühjahr zeigen sie sich in Form von folgenden Symptomen: juckende Augen, tränende Augen, Niesreiz und auch ein Druck auf den Augen. Spezielle Augentropfen können hier helfen.
Grüner Star (Glaukom)
Der Grüne Star hängt mit dem Augeninnendruck zusammen. Es ist wichtig, ihn früh genug zu erkennen, da er ärztlich behandelt werden muss, um bleibende Schäden zu verhindern. Bei einem Glaukom liegt ein erhöhter Augendruck vor. Augenrötung, tränende Augen und ein deutliche Verschlechterung des Sehvermögens sind charakteristisch.
Steigt der Druck im Auge, ist das oft nicht spürbar. Deshalb raten Experten, den Augeninnendruck ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zu messen, um ein Glaukom frühzeitig zu erkennen.
Die Ursachen für einen Grünen Star sind verschieden. Es kann zum Beispiel passieren, dass ein Kammerwinkel blockiert und der Abfluss des Kammerwassers gestört ist. Dadurch wird der Augendruck stark erhöht. Außerdem spielt der Blutdruck eine Rolle, da dieser die Blut-Gefäße schädigen kann.
Nicht korrigierte Sehschwäche
Auch eine nicht korrigierte Sehschwäche kann zu Druckgefühl an den Augen führen. Wenn Sie eine Fehlsichtigkeit wie eine Kurzsichtigkeit, eine Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung haben, diese aber nicht mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren, kann das Beschwerden verursachen.
Eine regelmäßige Prüfung der Sehkraft beim Augenarzt oder -optiker ist daher ratsam – in jungen Jahren sowie im hohen Alter. Denn der Beitrag von Fehlsichtigkeiten zu Augenbeschwerden ist nicht zu unterschätzen.
Gerstenkorn (Hordeolum)
Wenn Bakterien in die Schweiß- und Talgdrüsen des Auges eindringen, kann es passieren, dass sich am Rand oder auf der Innenseite des Augenlids ein kleines Knötchen bildet. Dieses ist mit Eiter gefüllt.
In so einem Fall ist vor allem eines wichtig: Sie dürfen dieses Knötchen nicht selbst öffnen, sondern sollten sich professionelle Hilfe suchen. Andernfalls riskieren Sie eine schlimme Infektion!
Ein Gerstenkorn zeigt sich durch einen unangenehmen Druck am Auge. In vielen Fällen heilt es von selbst ab, sodass keine Medikamente eingenommen werden müssen. Manchmal ist das Hordeolum ein Anzeichen für ein schwaches Immunsystem des Körpers.
Spannungskopfschmerzen
Verspannungen führen häufig zu Kopfschmerzen. Und diese können in den Augenbereich ausstrahlen. Gerade Migränepatienten berichten häufig von Augenschmerzen und einem Druck an den Augen.
Clusterkopfschmerzen
Beim Cluster-Kopfschmerz handelt es sich um Schmerzen, die sehr heftig sind und einseitig im Bereich der Schläfe oder der Augen auftreten. Meist werden sie von tränenden Augen, einer laufenden Nase und einem etwas hängenden Augenlid begleitet. Sobald die Clusterkopfschmerzen vorüber sind, stellen Betroffene keine Beschwerden an den Augen mehr fest.
Erkrankung im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
Dadurch, dass die Augen in der Nähe von Hals, Nase und Ohren liegen, können die Schmerzen in den Bereich ausstrahlen. Gerade bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen – einer sogenannten Sinusitis – empfinden die meisten Betroffenen einen drückenden Schmerz an den Augen und darum herum. Also können auch Hals-, Nasen- und Ohren-Erkrankungen der Auslöser für Ihre Beschwerden sein.
Tumore
Eine weitere Ursache für Druck in den Augen ist ein Tumor in der Nasennebenhöhle – auch wenn das nur sehr selten vorkommt. Doch warum spürt man diesen Druck dann in den Augen? Tatsächlich liegt das an der räumlichen Nähe. Der Schmerz wird nicht an der ursächlichen Stelle wahrgenommen, sondern im empfindlichen Augenbereich.
Druckgefühl auf den Augen – ab wann zum Arzt?
Hinter einem Druckgefühl auf den Augen können ernst zu nehmende Augenprobleme stecken, doch es kann auch genauso gut eine harmlose Ursache haben. Aus diesem Grund sollten Sie nicht zögern, beim Augenarzt vorstellig zu werden.
Gerade dann, wenn das Druckgefühl länger als zwei bis drei Tage anhält oder im Laufe der Zeit stärker wird, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Außerdem sollten Sie bei folgenden Warnsignalen sofort einen Termin bei Ihrem Augenarzt oder Ihrer Augenärztin vereinbaren:
- plötzliche Sehstörungen
- plötzliche Sehverschlechterung
- plötzlicher Sehverlust
- Lichtblitze
- Einschränkungen Ihres Gesichtsfelds
Solche Symptome können Anzeichen für schwerwiegende Augenerkrankungen wie ein akutes Glaukom oder eine Entzündung des Sehnervs sein. Doch selbst bei Beschwerden, die auf eine Allergie oder Bindehautentzündung hindeuten, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Diagnostik und Behandlung von Druck auf den Augen
Bei Patienten mit einem Druckgefühl auf den Augen wird eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Natürlich entscheidet jeder Arzt und jede Ärztin anhand der Beschwerden, was individuell am sinnvollsten ist. In der Regel gehören dazu aber folgende Untersuchungen:
- Messung des Augeninnendrucks: Auf diese Weise kann ein etwaiges Glaukom festgestellt oder ausgeschlossen werden.
- Spaltlampenuntersuchung: Damit lassen sich die verschiedenen Strukturen des Auges genau überprüfen.
- Netzhautuntersuchung: So stellen Ärzte fest, ob mögliche Schäden am Sehnerv oder an der Netzhaut bestehen.
- Gesichtsfeldprüfung
- Farbsehprüfung
Wie der Druck auf den Augen therapiert wird, hängt davon ab, welche Diagnose gestellt wird. Wenn Entzündungen der Auslöser sind, können Antibiotika oder Kortison Abhilfe schaffen. Bei Augentrockenheit werden oftmals künstliche Tränen verschrieben und bei Allergien helfen spezielle Augentropfen.
Wenn eine Augenkrankheit die Ursache ist, können entsprechende Medikamente oder chirurgische Eingriffe nötig sein. Damit Sie Ihr Sehvermögen lange behalten, ist es daher wichtig, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.
Fazit
Ein Druck auf den Augen kann harmlos sein oder auf ernste Augenkrankheiten hindeuten. Wichtig ist daher eine ärztliche Abklärung, wenn das Gefühl nicht von selbst wieder verschwindet. In vielen Fällen reicht die Einnahme von Medikamenten oder die Verabreichung von Augentropfen aus. Doch ein Druckgefühl auf den Augen kann auch auf Erkrankungen hindeuten, die einer operativen Behandlung bedürfen.





