Alle Augenfarben im Überblick: Die bunte Vielfalt

Blau, Grün, Braun und alles mögliche dazwischen – wenn mehrere Menschen in den Spiegel schauen, sieht man: Die Vielfalt menschlicher Augenfarben ist groß. Es gibt viele verschiedene Abstufungen und Farbnuancen. Dieser Artikel zeigt Ihnen alles Wissenswerte über die Entstehung, Vererbung und Bedeutung von Augenfarben – übersichtlich aufbereitet in einer Tabelle.

Alle Augenfarben im Überblick – Die Tabelle findest Du am Ende des Artikels

Welche Faktoren beeinflussen die Augenfarbe?

Welche Augenfarbe ein Mensch hat, ist kein Zufall. Ganz im Gegenteil: Verschiedene Faktoren beeinflussen die Farbgebung. Darunter beispielsweise:

  • Genetik
  • Melaninmenge
  • Lichtstreuung

Die Augenfarbe wird beim Menschen durch Pigmente in der sogenannten Stroma der Regenbogenhaut – auch als „Iris“ bekannt – bestimmt. Verschiedene Prozesse führen dazu, dass sich die Farben der Augen entsprechend bilden. Außerdem haben wenige Menschen nur „die eine Augenfarbe“, sondern vielmehr einen Mix unterschiedlicher Färbungen.

Wie entsteht die Augenfarbe?

Menschliche Augen können verschiedene Farbnuancen annehmen. Somit hat jedes Auge eine einzigartige Farbe. Wir nehmen die wichtigen Einflussfaktoren einmal genauer unter die Lupe.

Melanin – Farbstoff und natürlicher Schutz vor Sonne

Die Entstehung von Augenfarben wird vorrangig durch die Melaninkonzentration in der Iris bedingt. Melanin ist ein schwarzes, braunes oder rötliches Pigment, das nicht nur die Augenfarbe, sondern auch die Farbe der menschlichen Haut und Haare beeinflusst.

Ist in den Körperzellen mehr Melanin eingelagert, erscheinen die Augen dunkler. Ist weniger Melanin, also „Farbstoff“, in der Iris vorhanden, sind die Augen heller. Braune Augen haben daher den höchsten Melaninanteil, während blaue Augen den geringsten Melaningehalt aufweisen.

Übrigens: Wie viel Melanin die Zellen der Iris einlagern, kann sich im Laufe des Lebens verändern, sodass auch Veränderungen der Augenfarbe möglich sind.

Menschen mit braunen Augen sind von Natur aus besser vor Sonneneinstrahlung und UV-Licht geschützt. Das ist auch der Grund dafür, dass Menschen in Regionen mit mehr und aggressiverer Sonneneinstrahlung dunklere Augen-, Haut- und Haarfärbung haben.

Bei hellen Augen können die UV-Strahlen einfacher in den hinteren Augenabschnitt gelangen als bei dunkleren Augen. Aus diesem Grund haben Menschen in nördlichen Ländern mit geringerer Sonneneinstrahlung in der Regel hellere Augen-, Haut- und Haarfarbe. Sonnenlicht kann so leichter eindringen und die Produktion von Vitamin D anregen.

Wenn Sie nun allerdings eine helle Augenfarbe haben, sollten Sie sich vor UV-Strahlung schützen, damit diese keinen Schaden anrichtet. Eine Sonnenbrille ist daher ratsam.

Genetik hinter den Augenfarben: Wie erfolgt die Vererbung?

Die Augenfarbe des Menschen ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Gene: Insgesamt 16 Gene, vor allem OCA2 und HERC2 spielen dabei eine Rolle und bestimmen die Melaninproduktion.

  • OCA2: Dieses Gen steuert bis zu 74 % der Farbvariationen, indem es die Melaninmenge steuert. Eine mögliche Mutation ist Albinismus, bei dem die Melaninproduktion stark reduziert ist oder ganz fehlt.
  • HERC2: Es reguliert OCA2. Es gibt eine Variante, die Melanin blockiert und dadurch zu blauen Augen führt.

Weitere Gene, die eine Rolle bei der Vererbung von Augenfarben spielen, sind unter anderem TYR, SLC24A4 und IRF4. Eltern können daher nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, welche Augenfarbe ihr Kind bekommen wird.

Was hat die Lichtstreuung mit der Augenfarbe zu tun?

Wenn es darum geht, die Entstehung von Augenfarben zu begreifen, gilt es, die Physik des Lichts zu berücksichtigen. Biologische Pigmente und die Art, wie Licht mit den Strukturen der Iris zusammenspielt, haben einen Einfluss darauf, welche Augenfarbe wahrgenommen wird.

Gerade bei blauen Augen ist die Lichtstreuung essenziell. Man spricht auch von der sogenannten Rayleigh-Streuung. Dieses Phänomen ist es übrigens auch, das den Himmel blau erscheinen lässt:

  • Aufgrund des geringen Melaninanteils gelangt Licht in das Stroma der Iris.
  • Kurzwelliges, blaues Licht wird stärker gestreut als langwelliges, rotes.
  • Das blaue Licht wird reflektiert und die scheinbar blaue Augenfarbe entsteht – ohne dass die Iris eine blaue Pigmentierung aufweist.

Der Lichteinfall ist daher entscheidend, wenn es um die Wahrnehmung verschiedener Augenfarben geht.

Die Struktur der Iris und was sie mit der Augenfarbe zu tun hat

Die Iris ist in verschiedenen Schichten aufgebaut. Die vordere Grenzschicht enthält Melanozyten und Bindegewebe, während das Stroma eine lockere Zellstruktur mit Kollagenfasern ist. Und dann gibt es noch Muskelschichten, die die Öffnung der Pupille steuern. Wie dicht diese drei Schichten zusammenliegen, beeinflusst, wie Licht absorbiert, gestreut oder reflektiert wird und beeinflusst damit die Färbung der Augen.

Das Stroma weist eine weitere Besonderheit auf: Wenn erhöhte Kollagenablagerungen vorliegen, verändert das die Lichtstreuung so, dass der blaue Effekt abgeschwächt wird. Die Augen treten in einem grauen Farbton in Erscheinung.

Veränderung der Augenfarbe im Laufe der Zeit

Tatsächlich kann sich die Augenfarbe im Laufe der Zeit verändern. Verantwortlich sind hierbei nicht die Gene, sondern Umwelteinflüsse. Die Alterung der Augen, die Gesundheit sowie die Einnahme von Medikamenten kann sich auf die Augenfarbe auswirken. Auch Verletzungen können zu einer Veränderung führen.

Zudem können verschiedene äußere Einflüsse die Wahrnehmung von Augenfarben beeinflussen:

  • Je nach Lichtbedingungen können Augen heller oder dunkler erscheinen.
  • Farben in der Umgebung: Die Kleidung, die eine Person trägt, kann ihre Augenfarbe verstärken oder abschwächen.
  • Emotionen: Verschiedene Gefühlszustände verändern die Pupillen. Das wiederum lässt Augen heller oder dunkler wirken.

Auch der Blick durch die Brille – zum Beispiel mit Tönung – kann die Farbe augenscheinlich verändern. Eine Methode, die eigene Augenfarbe zu beeinflussen, gibt es übrigens nicht.

Das Kernspektrum: Die häufigsten und seltensten Augenfarben bei Menschen

Die bekanntesten Augenfarben nach Häufigkeit sind Braun, Blau, Grau und Grün. Dazwischen gibt es unzählige Mischvarianten und Abstufungen. Dass braune Augen am häufigsten Vorkommen, ist kein Zufall. Hier spielt die Vererbung eine wichtige Rolle.

Braun als Augenfarbe ist ein dominantes Gen. Es setzt sich daher eher als andere Farben – zum Beispiel blaue Augen – durch. Nahezu 90 % der gesamten Weltbevölkerung besitzt braune Augen. Die restlichen 10 % teilen sich die anderen Augenfarben auf. Grüne Augen sind mit 2-4 % am seltensten.

Welche Augenfarbe haben Babys?

Viele Babys in Europa – aber auch teilweise anderswo auf der Welt – haben bei der Geburt blaue Augen. Das liegt daran, dass das Melanin erst eine gewisse Zeit braucht, um sich in allen Zellen vollständig einzulagern. Wenn ein Baby daher mit blauer Iris geboren wird, bedeutet das nicht, dass diese Augenfarbe für immer bleibt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie sich im Laufe des Lebens noch verändert. Die endgültige Färbung der Augen ist genetisch festgelegt.

Seltene und einzigartige Augenfarben

Neben Melanin gibt es noch weitere Pigmente, die einen Einfluss auf die Färbung von Augen haben. Pheomelanin ist zusammen mit anderen Einflüssen für grüne Augen verantwortlich. Und Lipochrom macht Augen zusammen mit wenig Eumelanin bernsteinfarben.

Menschliche Augen können aber auch eine violette Farbe annehmen. Dies ist extrem selten und die Folge von Albinismus. Normalerweise erscheinen die Augen bei dieser Mutation rot. Wenn die Blutgefäße im Auge jedoch das Licht auf eine spezielle Weise reflektieren, ist eine violette Färbung durchaus möglich.

Ebenfalls einzigartig ist die Iris-Heterochromie. Dabei handelt es sich um eine unterschiedliche Pigmentverteilung in den Augen, woraus zwei verschiedenfarbige Augen oder mehrere Farbsegmente einer Iris entstehen. Heterochromie kann vererbt werden, ist aber auch eine mögliche Folge von Krankheiten oder Verletzungen. Folgende Arten von Heterochromie gibt es:

  • komplette Heterochromie: Ein Auge hat eine vollkommen andere Farbe als das andere.
  • sektorale Heterochromie: Ein Teil der Iris hat eine andere Farbe als der Rest.
  • zentrale Heterochromie: Der innere Ring der Iris ist anders als der Rest gefärbt, sodass ein Kreis um die Pupille entsteht..

Beeinflusst die Augenfarbe den Charakter?

Immer wieder stellen sich Menschen die Frage: Hängt die Augenfarbe mit der Persönlichkeit eines Menschen zusammen? Tatsächlich legen Studien nahe, dass ein paar Persönlichkeitsmerkmale durchaus charakteristisch für eine bestimmte Augenfarbe sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Mensch mit dieser oder jener Augenfarbe zwangsläufig den entsprechenden Charakterzug haben muss. Man spricht hier lediglich von Tendenzen.

  • braune Augen: Menschen mit braunen Augen sollen vertrauenswürdig, treu und fürsorglich sein. Gleichzeitig treten sie dominant auf und gelten als selbstbewusst, weshalb ihnen Führungsqualitäten zugeschrieben werden. Charakteristisch soll es auch sein, dass Menschen mit braunen Augen offen auf andere zugehen, kontaktfreudig sind und gut zuhören können.
  • blaue Augen: Wer blaue Augen hat, gilt als emotional intelligent und emotional. Viele Menschen mit blauen Augen werden als zurückhaltend und schüchtern beschrieben. Gleichzeitig gelten sie als aufrichtig und es wird ihnen eine hohe Anziehungskraft zugeschrieben.
  • graue Augen: Graue Augen werden eher mit zurückhaltenden Menschen in Verbindung gebracht. Die Personen gelten eher als distanziert und schwer zu durchschauen. Oft machen sie nach außen einen ausgeglichenen Eindruck, sind aber in ihrem Inneren emotional und leidenschaftlich.
  • grüne Augen: Die grüne Augenfarbe wird mit Charaktereigenschaften wie Kreativität und Abenteuerlust in Verbindung gebracht. Gleichzeitig gelten diese Menschen als impulsiv und unberechenbar sowie als verführerisch und mystisch. Personen mit grünen Augen wird zudem nachgesagt, mit Schmerz und negativen Erfahrungen besser umgehen zu können. Grüne Augen zählen zur seltensten natürlichen Augenfarbe.

Ultimative Übersicht: Alle Augenfarben in einer Tabelle

Nachfolgende Tabelle bietet eine umfangreiche Übersicht über alle wichtigen Augenfarben und wissenswerte Informationen wie Häufigkeit, globale Verbreitung und Entstehung:

Augenfarbe

Häufigkeit

Globale Verbreitung

Entstehung

Braun

55-79 %

weltweit, besonders Afrika, Asien

hoher Melaingehalt

Schwarz

10-15 %

Afrika, Asien

sehr hoher Melaningehalt

Blau

8-10 %

Europa, vor allem Nordeuropa

wenig Melanin, Lichtstreuung

Haselnussbraun

5-8 %

Europa, Amerika

Mischung aus Melanin und Lipochrom

Bernstein

< 5 %

Südamerika, Asien, in Teilen Europas

Pigment Lipochrom (Pheomelanin); wenig Melanin

Grün

2-3 %

Irland, Schottland, Nordeuropa; alle Menschen mit keltischer oder germanischer Abstammung

geringe und mittlere Melaninmenge; Lipochrom

Tiefblau

2-3 %

Europa

sehr geringe Melaninmenge

Dunkel-Haselnussbraun

2-3 %

weltweit

höhere Menge an Melanin als bei Haselnussbraun

Grau

1 %

Ost- und Nordeuropa

geringer Melaningehalt; höhere Konzentration von Kollagenfasern in der Iris

Grünlich-Blau

selten, ca. 1 %

Europa

Mischung aus Struktur und Pigment

Verschiedene Grüntöne (z.B. Waldgrün, Blattgrün, Dunkelgrün)

selten, ca. 1 %

Europa

variierende Melanin- und Lipochromanteile

Gelblich-Grün, Frühlingsgrün

selten, <1 %

selten weltweit

mehr Lipchrom

Dunkelblau

selten, <1%

Europa

sehr wenig Melanin

Gräulich-Blau

selten, <1%

Europa

Kombination aus Streuung und Struktur

Violett

extrem selten

nicht örtlich begrenzt

Mangel an Pigmenten (Albinismus)

Rot

extrem selten

nicht örtlich begrenzt

Mangel an Pigmenten (Albinismus)

Fazit

Augenfarben sind das Resultat verschiedener Faktoren. Zudem ist die Anzahl verschiedener Nuancen, Akzente und Färbungen sehr unterschiedlich. Es gibt viele Mythen, wie Augenfarben entstehen. Doch grundsätzlich ist die Augenfarbe auf die Konzentration von Melanin zurückzuführen, der stark genetisch beeinflusst wird. Besonderheiten wie Albinismus und Heterochromie sind ein ganz eigenes Thema und erzielen ganz besondere und sehr seltene Färbungen.