Hornhaut am Auge löst sich: Ursachen, Symptome & Behandlung

Die Hornhaut (Cornea) schützt das Auge vor äußeren Einflüssen. Gleichzeitig beeinflusst sie das Sehen. Wenn die Hornhaut von einer Verletzung oder Erkrankung betroffen ist, ist die Folge klar: Schmerzen und eine Beeinträchtigung des Sehens sind möglich. Woran es liegen kann, dass die Hornhaut des Auges sich verändert und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Funktion und Aufbau der Hornhaut im Auge

Zusammen mit der Augenlinse bildet die Hornhaut das optische System des Auges. Das bedeutet, dass nur dann, wenn sie klar und gleichmäßig gekrümmt ist, das Gesehene scharf auf der Netzhaut abgebildet werden kann. Bevor das Licht an die Augenlinse gelangt, muss es die Hornhaut und die Pupille passieren. Ist die Hornhaut jedoch eintrübt oder verformt, ist das Sehen eingeschränkt. Das kann bis zur Blindheit führen.

Die Hornhaut besteht aus insgesamt fünf Schichten. Ihre Transparenz hängt von einem Gleichgewicht zwischen dem äußeren Epithel, dem inneren Endothel und dem dazwischen befindlichen Stroma ab. Hinter der Hornhaut ist der farbige Teil des Auges zu erkennen – die Iris.

Tatsächlich dient die Hornhaut dem Auge auch zum Schutz. Sie schützt das Augeninnere vor äußeren Einflüssen wie Infektionen und Fremdkörpern. Gleichzeitig ist sie stark schmerzempfindlich.

Was sind die Symptome, wenn sich die Hornhaut am Auge löst?

Hornhaut vs. Netzhaut – kann sich die Hornhaut am Auge überhaupt lösen?

Das Auge ist ein Organ, das komplex aufgebaut ist. Da kann es schnell einmal zu Verwechslungen kommen. Tatsächlich werden oftmals die Begriffe „Hornhaut“ und „Netzhaut“ vertauscht. Denn während die Hornhaut von Verletzungen oder Erkrankungen betroffen sein kann, ist es nicht möglich, dass sie sich im klassischen Sinn ablöst.

Wer davon spricht, dass sich die Hornhaut des Auges löst, meint damit in der Regel die Netzhaut. Diese kann sich im Gegensatz zur Hornhaut ablösen. Die Hornhaut hingegen ist eher von folgenden Problemen betroffen:

  • Hornhauterkrankungen
  • Hornhautverletzungen
  • Hornhauterosion

Hornhauterkrankungen und ihre Auswirkungen

Verschiedene Krankheiten können die Hornhaut betreffen. Die Folge sind oftmals eine Eintrübung oder eine Verformung der Hornhaut – aber keine Ablösung. Die meisten Hornhauterkrankungen sind gut behandelbar. Damit die Behandlung jedoch Erfolg hat, ist eine frühe Diagnose nötig.

Um Erkrankungen an der Hornhaut feststellen zu können, kommen klassische augenärztliche Untersuchungen wie die Spaltlampenmikroskopie oder ein Sehtest zum Einsatz. In vielen Fällen ist jedoch noch eine spezifische Diagnostik nötig. Eine gründliche Untersuchung durch den Augenarzt ist daher unverzichtbar.

Die häufigsten Hornhauterkrankungen im Überblick

Es gibt eine Reihe an Augenerkrankungen, die die Hornhaut betreffen. Wir haben die häufigsten Erkrankungen mit ihren jeweiligen Symptomen für Sie zusammengetragen.

1. Endothel-Erkrankungen

Wie bereits erwähnt – das Endothel bildet die innere Zellschicht der Hornhaut. Bei vielen Hornhauterkrankungen sind es gerade diese Zellen, die eine wichtige Rolle spielen. Man nennt sie auch Pumpzellen. Ihre Aufgabe besteht darin, den richtigen Wassergehalt in der Hornhaut zu schaffen und sie dadurch transparent zu halten.

Wenn diese Zellen nun aber vorzeitig absterben, kommt es zu Problemen: Die Hornhaut quillt auf und trübt ein. Zu den häufigsten Erkrankungen, die daraus entstehen können, zählen:

  • Fuchs’sche Endotheldystrophie
  • postoperative Endotheldekompensation

Diese Hornhauterkrankungen geben in der Regel Anlass für eine Hornhauttransplantation.

2. Keratokonus

Eine weitere häufige Erkrankung, die die Hornhaut betrifft, ist der sogenannte Keratokonus. Dabei handelt es sich um eine krankhafte, kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, die in Schüben fortschreiten kann.

Häufig sind Betroffene jung – also zwischen 20 und 30 Jahren. Ein klassisches Symptom ist eine Veränderung der Sehschärfe, die sich nicht mit einer Brille oder Kontaktlinsen verbessern lässt.

Je nachdem, wie stark der Keratokonus fortgeschritten ist, kommen andere Therapiemethoden zum Einsatz. Besonders populär sind Laserverfahren. Diese sind nicht nur äußerst präzise, sondern tragen auch dazu bei, dass alles sehr schnell verheilt.

3. Hornhautentzündung (Keratitis)

Oft entstehen Schäden an der Hornhaut durch Entzündungen. Keime, Bakterien und Viren sind die Ursache. Wenn eine solche Entzündung der Hornhaut nicht behandelt wird, können Narben entstehen, die dauerhafte Hornhauttrübungen hervorrufen. Das Sehvermögen ist dann permanent verschlechtert.

Ein häufiger Grund, aus dem sich die Hornhaut entzünden kann, ist eine mangelnde Kontaktlinsen-Hygiene. Tatsächlich ist es jedoch nicht schwer, eine Entzündung der Hornhaut zu bemerken: Sie ist sehr schmerzhaft!

Vorsicht ist bei Virusinfektionen geboten. Diese sind hochansteckend und können über viele Monate hinweg Trübungen verursachen. Eine konsequente Therapie ist ein Muss, damit sich die Beschwerden verbessern. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Medikamenten, die bei einer Hornhautentzündung helfen.

4. Hornhautgeschwür

Ein Hornhautgeschwür nennt man auch Ulcus cornaea. Es entsteht in der Regel durch eine Läsion der obersten Hornhautschicht, wodurch Erreger in die Hornhaut eindringen und das Gewebe zersetzen.

Grundsätzlich ist ein Hornhautgeschwür gut zu behandeln. Doch es gibt eine mögliche, schwere Komplikation: Wegen einer Durchlöcherung der Hornhaut können Erreger ins Augeninnere weitergeleitet werden, was zur Erblindung oder dem Verlust des Auges führen kann. Eine Behandlung ist daher unverzichtbar.

Ein Hornhautulcus geht mit folgenden Symptomen einher:

  • starke Schmerzen bis Schmerzattacken
  • vermehrter Tränenfluss
  • Rötung
  • Empfindlichkeit gegenüber Licht
  • Lidkrämpfe
  • erhebliche Einschränkung der Sicht

Bei dieser Augenkrankheit ist schnellstmögliche medizinische Abklärung gefragt.

5. Trockenes Auge

Das Syndrom des trockenen Auges hat einen Namen: Keratokonjunktivitis sicca. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Volkskrankheit. Experten der Augenheilkunde geben an: Jeder 8. Deutsche ist von trockenen Augen betroffen.

Die Symptome sind folgende:

  • Rötung der Augen
  • Brennen der Augen
  • Fremdkörpergefühl

Die Ursache ist meist eine Störung des Tränenfilms. Keratokonjunktivitis sicca entsteht dann, wenn nicht genügend Tränenflüssigkeit produziert wird, die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist, der Tränenfilm nicht stabil ist oder er zu stark verdunstet.

Die Folge ist ein Gefühl, als wäre ein Fremdkörper im Auge, der auf der Augenoberfläche reibt – obwohl da gar nichts ist. Die Lösung bei trockenen Augen sind künstliche Tränen – also spezielle Augentropfen, die die Trockenheit lindern.

Verletzungen der Hornhaut

Wie bereits erwähnt, ist die Empfindlichkeit der Hornhaut sehr hoch. Entsprechend sind die Schmerzen hoch, wenn es zu Verletzungen oder Verätzungen in dem Bereich kommt. Die Ursachen für eine Hornhautverletzung sind vielfältig:

  • ein Unfall oder ein Schlag ins Auge
  • herumfliegende Splitter bei handwerklichen Tätigkeiten

Wichtig: Wenn ein Fremdkörper im Auge steckt, sollten Sie nicht versuchen, ihn selbst zu entfernen. Um nicht noch größeren Schaden anzurichten, ist es wichtig, schnellstmöglich einen Augenarzt aufzusuchen. Decken Sie Ihr Auge ab, vermeiden Sie es, daran herumzureiben, und suchen Sie die nächste Praxis oder Augenklinik auf.

Ein Fremdkörper muss schonend entfernt werden. Im Anschluss ist eine genaue Überprüfung mittels Mikroskops nötig: Sind weitere Schäden am Auge entstanden? Und wie tief reicht die Verletzung?

Hornhauterosion: Wenn Verletzungen nur oberflächlich sind

Als Hornhaut-Erosion – Erosio corneae – bezeichnet man eine Abschürfung der Epithelschicht – also der obersten Hornhautschicht. Das kann zum Beispiel durch den Fingernagel oder einen Zweig entstehen. Aber auch zu lange getragene Kontaktlinsen sind eine mögliche Ursache.

Charakteristisch ist ein Fremdkörpergefühl bis hin zu Schmerzen bei jedem Lidschlag: Die freiliegenden, sehr empfindlichen Nervenenden machen sich bemerkbar. Gleichzeitig kommt es bei vielen Patienten zu vermehrtem Tränenfluss, Lichtscheu, Lidschwellung und Rötung. In der Regel leidet auch das Sehvermögen darunter.

Zu den gängigen Behandlungsmöglichkeiten gehören Augentropfen und -salben. Sie schaffen schnell Abhilfe und helfen der Hornhaut dabei, narbenlos abzuheilen. Je nach Schwere der Hornhauterosion kann es aber auch sein, dass Ihr Augenarzt andere Behandlungsmethoden vorschlägt.

Alterungserscheinungen an der Hornhaut

Wie viele andere Bereiche des Körpers ist auch die Hornhaut nicht vor Alterungsprozessen gefeit. Man spricht auch von einer Hornhautdegeneration: Veränderungen der Hornhaut, die auf das Alter zurückzuführen sind.

Wichtig: Nicht immer erfolgt eine Hornhautdegeneration im Zuge des natürlichen Alterungsprozesses. Auch Verletzungen und Hornhautnarben können eine Ursache sein.

Bei einer Hornhautdegeneration verliert die Hornhaut an Transparenz und das Sehvermögen ist herabgesetzt. Mit einem operativen Eingriff wie einer Transplantation können Betroffene Linderung erfahren.

Hornhautdystrophie: Wenn Hornhautveränderungen angeboren sind

Bei einer Hornhautdystrophie handelt es sich um angeborene Veränderungen der Hornhaut – meist beidseitig. Sie können in jeder Schicht der Hornhaut auftreten – also sowohl auf der Hornhautoberfläche als auch im Endothel.

Je nachdem, wie die Hornhautdystrophie ausgeprägt ist, kann eine Sehbeeinträchtigung entstehen. Jedoch haben auch viele Menschen mit dieser angeborenen Hornhautveränderung keine Beschwerden.

Wichtig ist, solche Besonderheiten immer im Blick zu behalten und regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen zu lassen. Nicht immer besteht Handlungsbedarf. Doch wenn es einmal der Fall sein sollte, ist schnelles Handeln wichtig.

Hornhaut im Auge löst sich – was können Sie tun?

Je nachdem, welche Ursache Ihren Beschwerden zugrunde liegt, empfehlen sich andere Behandlungsmethoden. Manchmal reichen spezielle Augentropfen aus. In anderen Fällen empfiehlt sich eine Hornhauttransplantation, bei der Ärzte eine synthetische Hornhaut einsetzen, damit Sie wieder Ihr volles Sehvermögen erlangen. Zudem gibt es Therapieansätze, bei denen die Hornhaut mit UV-Strahlen bestrahlt wird.

Die Behandlungsoptionen sind so vielfältig wie die möglichen Ursachen und Beschwerden. Für eine gute Augengesundheit ist es wichtig, regelmäßige Untersuchungen von einem Augenarzt durchführen zu lassen. So können Augenkrankheiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Fazit

Eine Hornhautablösung gibt es tatsächlich nicht. Doch Erkrankungen oder Verletzungen an einer Hornhautstelle können das Sehen beeinträchtigen und zu starken Schmerzen führen. In jedem Fall sollte dies ärztlich abgeklärt werden, um eine schnelle Linderung zu erzielen. Die Behandlung richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache.