Alte Brille nach Grauer-Star-Operation

Ein Grauer Star kann zu Problemen im Alltag von Betroffenen führen und ihre Lebensqualität reduzieren. Aus diesem Grund gibt es einen speziellen Eingriff, der Ihnen zu neuem Sehvermögen verhilft. Doch was ist mit der alten Brille? Kann diese nach der Grauer-Star-Operation weiterhin getragen werden? Alles Wissenswerte rund um Kataraktoperation und Brille erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine Grauer-Star-OP und was passiert dabei genau?

Ein sogenannter Grauer Star – auch als Katarakt bezeichnet – liegt dann vor, wenn die Augenlinsen des Menschen eintrüben. Die Hauptursache ist der natürliche Alterungsprozess, weshalb vorwiegend Personen im Alter von 60 bis 70 Jahren an einem Grauen Star erkranken.

Die einzige Möglichkeit, ihn zu therapieren, ist eine Operation. Dabei erfolgt unter höchster Präzision ein Austausch der eingetrübten natürlichen Linse gegen eine klare künstliche Linse. Das Ziel: eine Verbesserung des Sehvermögens und eine Steigerung der Lebensqualität.

Viele Patienten und Patientinnen tragen bis zu dem Eingriff eine Brille, um eine klare, scharfe Sicht zu haben. Daher ist die Frage gar nicht einmal so selten: Was passiert mit der alten Brille nach der Grauer-Star-Operation?

Brille nach Grauer-Star-Operation – notwendig oder überflüssig?

Die Frage, ob Sie nach der Operation des Grauen Stars noch eine Brille benötigen oder nicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hier spielen vielmehr verschiedene Faktoren eine Rolle, unter anderen die Art der Kunstlinse, die Ihnen eingesetzt wurde, und Ihre individuellen Sehbedürfnisse.

Verschiedene Arten von Kunstlinsen und wann keine Brille nach Grauer-Star-OP nötig ist

Es gibt verschiedene Arten von Kunstlinsen, die bei einer Katarakt-Operation infrage kommen. Sie alle laufen unter dem Begriff „Intraokularlinse“ und werden in einem kurzen, schmerzfreien Eingriff ins Auge eingesetzt, um dort ein Leben lang zu bleiben.

Eine Auswahl der gängigsten Linsen auf einen Blick:

  • Monofokallinse: Sie funktioniert nach dem Prinzip einer Einstärkenbrille und optimiert Ihre Sicht daher entweder auf die Ferne oder auf die Nähe, jedoch nicht beides gleichzeitig.
  • Multifokallinse: Diese Linsenart schafft eine klare und scharfe Sicht auf verschiedene Entfernungen und bietet damit einen umfassenden Sehkomfort und in den meisten Fällen Brillenfreiheit.
  • EDoF-Linse: „Extended Depth of Focus“ bedeutet, dass diese Linse eine erweiterte Tiefenschärfe ermöglicht. Sie funktionieren wie eine Gleitsichtbrille und sind vor allem für das Scharfsehen in mittleren Entfernungen ideal.

Es wird durch den Linsenaustausch daher nicht nur die Trübung entfernt, sondern auch Ihre Sehstärke beeinflusst. Wenn Ihnen im Zuge der Behandlung eine Mehrstärkenlinse eingesetzt wurde, kann es sein, dass Sie im Anschluss keine Brille mehr tragen müssen.

Eine Trifokallinsen-OP in der Türkei bietet den Vorteil, dass Sie gleichzeitig den Grauen Star behandeln und Ihre Sehschwäche korrigieren lassen können. Viele Patienten sehen danach sowohl in der Ferne als auch in der Nähe deutlich besser – oft ganz ohne Brille. Die Behandlung erfolgt in modernen Kliniken durch sehr erfahrene Ärzte, meist zu deutlich günstigeren Preisen als in Deutschland. Zusätzlich profitieren Sie von einer gut organisierten Betreuung rund um Ihren Aufenthalt.

In diesen Fällen ist eine Brille nach der Katarakt-OP sinnvoll

Und wann ist es nun nötig, nach der Grauer-Star-Operation weiterhin eine Brille zu tragen? Wenn Ihnen eine Einstärkenlinse – also eine Monofokallinse – implantiert wurde, ist es gut möglich, dass Sie für verschiedene Tätigkeiten weiterhin eine Sehhilfe benötigen. So tragen einige Patienten nach ihrer Kataraktoperation zum Lesen eine Lesebrille.

Wichtig ist in diesem Fall, die Notwendigkeit einer Brille von einem Experten abwägen zu lassen. Untersuchungen durch den Augenarzt und Optiker geben Aufschluss darüber, ob Sie wirklich eine Brille brauchen oder nicht.

Direkt nach der Grauer-Star-Operation ist jedoch nicht der ideale Zeitpunkt, um eine Entscheidung zu treffen. Das liegt daran, dass Sie nach der Operation einige Wochen warten müssen, damit sich Ihr Auge vollständig erholen und stabilisieren kann. In diesem Zeitraum sind regelmäßige Nachuntersuchungen durch Ihren Augenarzt wichtig. Nur so kann der Fortschritt überwacht und der richtige Zeitpunkt für eine neue Brille gefunden werden.

Ist die alte Brille nach einer Grauer-Star-Operation noch nötig?

Wer bereits vor der Katarakt-OP eine Brille getragen hat, fragt sich vielleicht, ob diese einfach weiter verwendet werden kann. Tatsächlich ist es möglich, sie in der Übergangszeit, also während der Heilung der Augen zu tragen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die alte Brille jedoch nicht mehr passen.

Wenn Sie sich voll regeneriert haben, ist der Gang zum Arzt zu empfehlen. In der Regel können Sie sich Ihre Brille in vier bis sechs Wochen nach der Staroperation anpassen lassen. Ihr Auge sollte dann schon wieder die volle Sehleistung erlangt haben, damit Ihre Fehlsichtigkeit richtig beurteilt werden kann.

Tipps für Patienten für den optimalen Heilungsprozess nach der Katarakt-OP

Wie bei anderen Operationen gilt auch bei der Katarakt-OP: Die richtige Nachsorge ist das A und O für beste Ergebnisse. Für eine Schonung des Körpers sollte in den ersten sieben Tagen auf Sport verzichtet werden. Auch von Besuchen im Schwimmbad oder in freien Gewässern wird dringend abgeraten, da hier das Infektionsrisiko zu hoch ist.

Außerdem sollten Patienten nach ihrer Kataraktoperation eine spezielle Sonnenbrille tragen. Sie schützt das Auge auf dreifache Weise:

  • Schutz vor UV-Strahlung
  • Schutz vor Blaulicht
  • Infrarotschutz

Da hochwertige Kunstlinsen zwar langlebig und robust sind, jedoch von UV-Strahlen und Co. beeinflusst werden können, sind entsprechende Kombi-Brillengläser die ideale Lösung. Gerade in der Nachsorge, die ganz im Zeichen der Genesung steht, sind entsprechende Modelle anzuraten. Sie sollen vor möglichen Folgeschätzen schützen und Risiken von UV-Licht, Infrarotstrahlung und Blaulicht – wie verschiedene Erkrankungen – minimieren.

In den ersten drei Wochen findet üblicherweise zudem eine Therapie mit antibiotischen Augensalben oder Augentropfen statt. Damit wird möglichen Entzündungen vorgebeugt.

Wann Sie wieder Autofahren dürfen, hängt vom individuellen Heilungsverlauf ab. Deshalb ist dies persönlich mit dem Augenarzt zu klären. Eine Brille mit angepasster Sehstärke mag als Übergangslösung sinnvoll sein. Beachten Sie jedoch, dass sich die Dioptrienwerte in der Folge noch verändern können.

Fazit

Ob Sie eine Brille nach Ihrer Grauer-Star-Operation benötigen, variiert. Besonders relevant ist, welche Art von Linse Ihnen implantiert wurde. Bei Bedarf können Augenärzte eine neue Brille verschreiben, damit Sie die volle Sehkraft erlangen. Ihre alte Brille wird hingegen vermutlich nicht mehr passen. Generell ist hier Geduld sehr wichtig, da das Auge nach der Katarakt-OP eine gewisse Heilungszeit benötigt. Außerdem sollte das operierte Auge in der Zeit der Nachsorge gut vor der Sonne und anderen Einflüssen geschützt werden.