Geschwollene Augen kennt wohl jeder. Es gibt verschiedene Ursachen und meist sind sie auf Müdigkeit zurückzuführen. Allerdings gibt es auch andere Gründe, bei denen tatsächlich Vorsicht geboten ist. Alles rund um geschwollene Augen, ihre Ursachen und was man dagegen unternehmen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.
Geschwollene Augen – keine Seltenheit!
Sie wachen morgens auf, reiben sich verschlafen die Augen und sehen nach dem Aufstehen in den Spiegel: Ihre Augen sind geschwollen und verquollen und Augenringe sind sehr präsent – man sieht Ihnen deutlich an, dass sie gerade erst in den Tag starten.
So kennen die meisten Menschen geschwollene Augen. Allerdings können sie zu unterschiedlichen Tageszeiten auftreten – nicht nur morgens. Je nachdem, welche Ursache ihnen zugrundeliegt, machen sie sich direkt nach dem Aufstehen am Morgen, tagsüber oder am Abend bemerkbar.

Folgende Symptome begleiten geschwollene Augen häufig:
- Rötungen der Haut
- Rötungen der Augen
- Juckreiz am Auge
- Augentrockenheit
- Brennen, Schmerzen
- Lichtempfindlichkeit
- Dunkle Ringe unter den Augen
- Verklebungen
- Entzündungen
- Schnupfen
- Kopfschmerzen
Übrigens können Schwellungen im Augenbereich an jeder Stelle auftreten – manchmal scheint es sogar so, als wäre das gesamte Gesicht geschwollen. Bei beispielsweise einem Gerstenkorn im inneren oder äußeren Augenwinkel ist nur die Innen- oder Außenseite des Auges angeschwollen.
Ursachen für geschwollene Augen
Am häufigsten treten Augenschwellungen morgens auf. Das liegt an der Schlafposition: Wenn Sie sich in einer waagerechten Position befinden, kann es zu einem Stau im Lymphfluss kommen und die Folge sind geschwollene Augenlider. Manchmal sind sie so aufgequollen, dass nicht einmal mehr die Fältchen unter den Augen sichtbar sind.
Die Liste an möglichen Ursachen ist jedoch noch länger. Folgende Faktoren können zu Schwellungen an den Augen führen:
- Lymphstau
- Schlafmangel
- Stress
- Erkältungen und Infektionen
- Entzündungen, z.B. Bindehautentzündung oder Entzündung der Augenlider (Blepharitis)
- Gerstenkorn
- Fremdkörper im Auge
- Allergien
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
- lange Bildschirmzeit
- Flüssigkeitsmangel
- trockene Luft
- Kreislaufprobleme
- Konsum von Alkohol
- salzreiche Ernährung
- Bluthochdruck
- Herzerkrankungen
- Lebererkrankungen
- Nierenerkrankungen
- Schilddrüsenerkrankungen
- Morbus Crohn
- hormonelle Schwankungen, z.B. bei Frauen in bestimmten Zyklusphasen oder in den Wechseljahren
- fortschreitendes Alter
- überschüssiges, erschlafftes Fettgewebe
- Veranlagung
Auch wenn geschwollene Augen auf eine Erkrankung hindeuten können, sind sie meist nur ein Zeichen für etwas ganz Harmloses. Wenn jedoch verschiedene Beschwerden zusammenkommen und Ihre Augen unüblich intensiv oder lange geschwollen sind, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Geschwollene Augen nach dem Aufwachen
Gerade am Morgen zeigen sich oftmals geschwollene Augen. Wie bereits erwähnt, hat dies mit dem Lymphfluss zu tun. Über Nacht sammelt sich die Flüssigkeit unterhalb der Augen, doch im Laufe des Tages vergeht dies wieder.
Allerdings gibt es noch weitere Ursachen, die zu morgendlichen geschwollenen Augen führen können: Die Ernährung am Vortag spielt eine wichtige Rolle. Wenn Sie vor dem Zubettgehen Alkohol oder sehr salzhaltige Speisen zu sich genommen haben, kann das den Effekt weiter verstärken. Und auch eine Dehydrierung, wenn Sie zu wenig Wasser getrunken haben, äußert sich oftmals in Form von geschwollenen Augen.
Was Sie tun können: Neben einer Kühlung der gequollenen Augen und Tränensäcke ist es auch sinnvoll, ein zusätzliches Kissen beim Schlafen zu verwenden. Eine erhöhte Position des Kopfes erleichtert den Lymphabfluss in der Nacht.
Allergien und ihr Einfluss auf geschwollene Augen
Eine weitere sehr häufige Ursache für geschwollene Augen sind Allergien. Meist zeigt sich das durch begleitende Symptome wie Rötungen und Reizungen. Bei vielen Betroffenen brennen die Augen regelrecht.
- Pollenallergie: Der sogenannte Heuschnupfen zeigt sich durch eine laufende Nase, Niesattacken und geschwollene, juckende, brennende und tränende Augen. Anti-allergische Nasen- oder Augentropfen schaffen oftmals Abhilfe.
- Kontaktallergien: In diesem Fall reagiert die Haut allergisch auf den Kontakt mit einem bestimmten Material oder Stoff. Deshalb sollte vor allem der Kosmetikschrank einmal genau unter die Lupe genommen werden. Viele Pflege- und Kosmetikprodukte enthalten Wirkstoffe, die den empfindlichen Bereich um die Augen reizen. Eine sanfte Augencreme und geeignete Produkte zur Augenpflege sollten jedoch kein Problem darstellen. Alles andere sollte in Zukunft nicht mehr verwendet werden.
- Hausstaubmilben-Allergie: Eine weitere häufig vorkommende Allergie ist die gegen Hausstaubmilben. Da sich die Milben vor allem auf Textilien – insbesondere in der Matratze – befinden, sind die Lider vor allem direkt nach dem Aufstehen stark geschwollen.
Erkrankungen und Schwellungen der Augen
Schwellungen an den Augen können in seltenen Fällen auch Anzeichen dafür sein, dass an den inneren Organen etwas nicht stimmt. Außerdem gibt es Erkrankungen, die geschwollene Augen hervorrufen.
- Leber: Wenn die Leber nicht genug Eiweiß produziert, kann das zu verstärkten Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe führen. Wenn die Leber zum Beispiel durch Alkoholmissbrauch oder eine Leberentzündung Schaden genommen hat, kann das passieren.
- Schilddrüse: Störungen der Schildrüsenfunktion, zum Beispiel bei Morbus Basedow, einer autoimmun-bedingten Schilddrüsenüberfunktion, tritt der Augapfel etwas hervor und die Augenumgebung schwillt an.
- Neurodermitis: Ekzeme an den Augenlidern können die Augenpartie ebenfalls anschwellen lassen. Zudem haben Menschen mit Neurodermitis ein höheres Risiko einer durch Pollen ausgelösten Bindehautentzündung.
In diesen Fällen besteht die Lösung meist darin, sich einer speziellen Behandlung zu unterziehen. In jedem Fall ist eine Untersuchung durch einen Spezialisten nötig!
Hormone und geschwollene Augen
Dass die Hormone den Körper stark beeinflussen, ist kein Geheimnis. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Bestimmte Zyklusphasen, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre können mit geschwollenen Augen einhergehen. Das ist tatsächlich vollkommen normal und kein Grund zur Sorge.
Geschwollene Augen durch Weinen
Eine harmlose – aber dafür häufige – Ursache für geschwollene Augen ist das Weinen. Doch warum schwellen die Augen dabei an? Tatsächlich liegt das an dem erhöhten Druck auf das umliegende Gewebe. Er drückt Flüssigkeiten aus den kleinen Blutgefäßen heraus, welche sich im Gewebe einlagern und zu Schwellungen führen.
Geschwollene Augen: Was können Sie tun?
Wenn nicht gerade eine Erkrankung oder Allergie der Auslöser für geschwollene Augen ist, helfen Hausmitteln und weitere Tipps. In der Regel lassen sich Schwellungen schnell und effektiv in den Griff bekommen.
Allgemeine Tipps & Tricks bei geschwollenen Augen
- ausreichend Schlaf und eine hohe Schlafqualität
- mit erhöhtem Kopfkissen schlafen
- ausreichend Flüssigkeitszufuhr
- Alkohol, Nikotin und andere Drogen meiden
- Stress reduzieren
- nicht übermäßig salzig essen
- Kontaktlinsen und Kosmetikartikel regelmäßig austauschen
- Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen
- Bildschirmzeit reduzieren
- regelmäßige Bewegung
- Gesichtsmassagen und Lymphdrainage
Die besten Hausmittel bei geschwollenen Augen
Zwar sind geschwollene Augen lästig, doch in der Regel verschwinden sie von selbst wieder. Es gibt jedoch Maßnahmen, mit denen Sie die Abschwellung beschleunigen können. Folgende Hausmittel sind dafür geeignet:
- Kühlung: Eine sanfte Kühlung – zum Beispiel mit Gurkenscheiben, mit einem Metalllöffel oder mit einer Kühlbrille – kann geschwollene Tränensäcke verschwinden lassen. Das weiß auch die Kosmetikindustrie, sodass es spezielle, kühlende Cremes für die Augenpartie gibt.
- Lymphdrainage: Wenn Ihre Augen nach dem Schlafen geschwollen sind, kann eine Lymphdrainage helfen. Sie fördert den Lymphabfluss und soll so eingelagerte Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe abtransportieren. Entweder lassen Sie eine professionelle Lymphdrainage von einem Physiotherapeuten durchführen oder Sie versuchen es mit einer sanften Massage von den Ober- und Unterlidern bis hin zur Nasenspitze bis zur Schläfe.
- Kaffeepads, Teebeutel und Co.: Gerade bei Heuschnupfen-bedingten Schwellungen können abgekühlte Kaffepads oder Teebeutel helfen. Auch kühle Kompressen und Gurkenscheiben werden empfohlen. Da sich eine Allergie jedoch meist nicht allein mit Hausmitteln behandeln lässt, ist ein anti-allergisches Medikament häufig ratsam.
Geschwollene Augen: Ab wann zum Arzt?
Für viele gehören geschwollene Augen am Morgen einfach dazu. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen der Gang zum Arzt oder zur Ärztin ratsam ist. Wenn die Augen sehr stark geschwollen sind oder die Schwellung über einen längeren Zeitraum auftritt und nicht von selbst verschwindet, sollte eine Untersuchung durch einen Facharzt stattfinden. Auch dann, wenn weitere Beschwerden hinzukommen, ist es wichtig, sie von einem Spezialisten abklären zu lassen.
Fazit
Geschwollene Augen haben meist eine ganz harmlose Ursache. Meist verschwindet die Schwellung von selbst wieder. Zudem können Sie mit Hausmitteln nachhelfen und unsere anderen Tipps berücksichtigen, um die Augenschwellungen zu bekämpfen. Wenn allerdings weitere Beschwerden auftreten oder der Augenbereich sehr lange und sehr intensiv angeschwollen ist, gilt es, einen Arzt aufzusuchen.





